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Rechtliches & Versicherung

Beim Bau eines Eigenheims oder eines Sanierungs­projektes sollten Sie vor allem eines sein: vorbereitet. Kennen Sie Ihre Rechte und Pflichten und sichern Sie sich ausreichend ab, um im Ernstfall vor größerem Schaden und dem finanziellen Ruin geschützt zu sein. Auf einer Baustelle kann immer etwas passieren, gehen Sie auf Nummer sicher.

Rechtliches

Bauabnahme

Ein großer Schritt – emotional wie juristisch – ist die Bauabnahme am Ende des Bauprojektes. Mit Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls erklären Sie, dass die Arbeiten abgeschlossen und das Gebäude gemäß der vereinbarten Vorgaben in der Baubeschreibung und dem Bauvertrag fertiggestellt ist. Alle Risiken gehen ab diesem Zeitpunkt auf Sie als Eigentümer über und die Gewährleistungsfrist beginnt.

Bei Mängeln sind Sie nun in der Nachweispflicht. Haben Sie keinen Architekten, der Sie bei der Bauabnahme begleitet, sollten Sie einen unabhängigen Bausachverständigen beauftragen. Dokumentieren und melden Sie jeden Mangel und verweigern Sie die Abnahme so lange, bis die Mängel innerhalb einer angemessen Frist behoben wurden.

Gewährleistung

Mit Ihrer Unterschrift auf dem Bauabnahmeprotokoll beginnt die Uhr für die Gewährleistungsfrist zu laufen. Entdecken Sie jetzt noch Baumängel, haben Sie laut Gesetz die Möglichkeit, Nachbesserung, Beseitigung oder Schadenersatz zu fordern. Für die Leistungen von Architekten gilt generell eine Gewährleistungszeit von 5 Jahren.

Die Gewährleistungsfrist von Handwerkern ist davon abhängig, welche gesetzliche Regelung der Vertragsform zugrunde liegt. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB Werksvertrag § 631 ff) beträgt die Gewährleistungsfrist 5 Jahre, nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) nur 4 Jahre. Ist ein Mangel auf arglistige Täuschung zurückzuführen, verlängert sich die Gewährleistung auf 30 Jahre.

Die goldenen Regeln zur Bauabnahme

  1. Nehmen Sie das Abnahmeverlangen des Bauunternehmers wahr und beachten Sie die Fristen zur Erklärung der Abnahme.
  2. Lassen Sie sich nicht zu einer Abnahme drängen und holen Sie sich Unterstützung vom Profi!
  3. Listen Sie im Abnahmeprotokoll alle Mängel auf und setzen Sie eine Frist zur Beseitigung.
  4. Behalten Sie eine Kopie des Protokolls.
  5. Kümmern Sie sich vor Ablauf der 5-jährigen Verjährungsfrist um eine Überprüfung des Objekts auf Mängel.

Die häufigsten Fallen in Bauverträgen

Jeder Vertrag hat seine Tücken, das ist beim Bauvertrag nicht anders. Damit Sie sich hinterher nicht ärgern und auf ungeplanten Kosten sitzen bleiben, verraten wir Ihnen, auf welche Punkte Sie besonders Wert legen sollten.

Überzahlungen

Fast immer gehen Bauherren in Vorleistung; die Gefahr einer Überzahlung lauert schon hinter der nächsten Ecke. Grund dafür sind die meist unausgewogenen Zahlungspläne der Baufirmen. Müssen Sie laut Vertrag beispielsweise 60 Prozent der Kosten für den Rohbau zahlen, obwohl dieser nur knapp die Hälfte des Gesamtvolumes ausmacht, bezahlen Sie mehr als nötig. Meldet die Baufirma Insolvenz an, bekommen Sie den Differenzbetrag nicht zurückerstattet. Ein möglichst präzise angelegter Zahlungsplan minimiert das Risiko.

Leistungszeit

Halten Sie vertraglich fest, in welcher Zeit das Bauunternehmen die vereinbarten Leistungen zu erbringen hat. Häufig fehlen verbindliche und konkrete Angaben. Wird die Bauzeit überschritten, können für Sie als Bauherr Mehrkosten entstehen.

Bau- und Leistungsbeschreibung

Auf eine genaue Leistungsbeschreibung kommt es an! Nur mit einer detaillierten Bau- und Leistungsbeschreibung kann der Hausbau problemlos abgewickelt werden und Sie erhalten Haus und Ausstattung in vereinbarter Qualität und zum vereinbarten Festpreis.

Versicherungen

Bauherrenhaftpflicht

Als Bauherr tragen Sie für alle Gefahren, die von Ihrer Bau­stelle ausgehen, die Verantwortung – auch, wenn Sie einen Architekten oder einen Bauunternehmer beauftragt haben. Kommt es zu Unfällen oder Schäden, haften Sie in unbegrenzter Höhe mit Ihrem Privatvermögen. Um vor gesetzlichen Schadensersatzansprüchen während der Bauzeit geschützt zu sein, ist das Abschließen einer Bauherrenhaftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Die Versicherung springt ein, falls es aufgrund Ihrer Baustelle zu Personen- oder Sach­schäden kommt. Beispielsweise, wenn ein Fußgänger durch einen herabstürzenden Dachziegel verletzt wird oder ein Radfahrer auf der verschmutzten Fahrbahn ausrutscht.

Bauhelferversicherung

Packen Freunde, Verwandte oder Nachbarn auf der Baustelle mit an und der Arbeitseinsatz geht über eine Gefälligkeit hinaus, sind Sie als Bauherr verpflichtet, Ihre Helfer bis spätestens eine Woche nach Baubeginn bei der örtlichen Bauberufsgenossenschaft (BG Bau) zu melden und zu versichern. Die Versicherungspflicht besteht, sobald die Gesamtarbeitszeit eines Helfers, über das gesamte Bauprojekt gerechnet, mehr als 39 Stunden beträgt. Da der Schutz der BG Bau begrenzt ist, empfiehlt sich der zusätzliche Abschluss einer privaten Bau­helferversicherung, die auch im Falle einer Vollinvalidität zahlt.

Bauleistungsversicherung

Gerne wird die Bauleistungsversicherung auch als die Vollkasko für den Bau bezeichnet. Egal, durch wen oder was Schäden entstehen, die Bauleistungsversicherung deckt unvorhergesehene Schäden während der Bauphase ab. Mit ihr sind Sie beispielsweise vor Diebstahl, Vandalismus, Rohrbrüchen und witterungsbedingten Einflüssen geschützt. Die Versicherung ersetzt die Kosten für anfallende Neuanschaffungen und greift bei Konstruktions- und Materialfehlern.

Feuerrohbauversicherung

Eine Feuerrohbauversicherung schützt Ihr Haus während der Bauphase vor Bränden, Feuer, Blitz und Explosion. Die Versicherung wird entweder nur für den Neubau oder gleich als Wohngebäudeversicherung abgeschlossen.

Wohngebäudeversicherung

Unverzichtbar, wenn es um Ihr Eigenheim geht, ist die Wohngebäudeversicherung. Von manchen Banken wird diese sogar als Grundvoraussetzung für die Kreditvergabe gefordert. Die Versicherung schützt den Eigentümer nach Fertigstellung des Hauses vor den Folgen von Feuer, Sturm- oder Leitungswasser. Achten Sie darauf, dass die Versicherung auch Elementarschäden abdeckt, damit das Gebäude, inklusive Photovoltaik-Anlage, gegen Hagel, Erdbeben und Schneedruck geschützt ist.

Restschuld-Versicherung

Was die Zukunft bringt, weiß niemand. Damit Sie aber auch nach Abschluss Ihres Bauprojektes abgesichert sind, lohnt es sich, über eine Restschuld-Versicherung nachzudenken. Sollte der Hauptverdiener aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit ausfallen, deckt die Versicherung die jeweils aktuelle Gesamtschuldsumme ab. Als Teil einer Risikolebensversicherung greift sie in der Zeit nach Fertigstellung Ihres Eigenheims.

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